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Politische Lobby- und Netzwerkarbeit

Zu unserem Selbstverständnis der Arbeit gehört es, dass wir die einzelfallbezogene Beratungsarbeit stets auch mit einem politischen Engagement verbinden. Ein Zusammenspiel zwischen Einzelfallarbeit, Gremienarbeit, gestaltender konzeptioneller Arbeit und politischer Lobbyarbeit ist, unserer Meinung nach, insbesondere in der Flüchtlingsarbeit unabdingbar. Bei verantwortlichen Entscheidungsträger der Legislative und Administrative und durch Mitarbeit in geeigneten Gremien versuchen wir  auf eine Verbesserungen in der Aufnahme-,  Anerkennungs- und Versorgungspolitik hinzuwirken.  In der Bevölkerung und bei relevanten Institutionen werben wir Verständnis für die Lage der MigrantInnen,  insbesondere der Flüchtlinge.
Schwerpunktmäßig sind waren und sind wir zu folgenden Themen aktiv:

Asylbewerberleistungsgesetz: Das Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) ist ein  Sondergesetz für Flüchtlinge, welches Ihnen über Jahre ein Leben unter dem Existenzminimum zumutet, die gesundheitliche Versorgung einschränkt und in unterschiedlichster Form diskriminierende Folgen hat. Wir machen uns für die Abschaffung des AsylbLG  stark  und unterstützen entsprechende Initiativen.

abschaffung des asylbewerberleistungsgesetzes

Ein kleiner Teilerfolg konnte in unserem Wirkungsgebiet bereits schon vor Jahren erzielt werden. Hier führte das Engagement verschiedener Gruppen, mit denen wir zusammen gegen das Sachleistungsprinzip aktiv waren, dazu, dass in Potsdam, Potsdam - Mittelmark, Teltow - Fläming und der Stadt Brandenburg keine Sachleistungen mehr ausgegeben werden. Das Bundesgesetz sieht diese jedoch immer noch vor. Im Jahr 2011 unterstützen wir Klagen von Flüchtlingen, die gekürzte Leistungen nach dem AsylbLG erhalten.

Residenzpflicht: Flüchtlinge dürfen während ihres Asylverfahrens ihren „zugewiesenen“ Wohnort nicht ohne Erlaubnis der Ausländerbehörde verlassen. Für geduldete Flüchtlinge gilt diese Beschränkung in der Regel fort. Diese Gesetzgebung verstößt unserer Ansicht nach gegen Menschenrecht. In unterschiedlichen Zusammenhängen haben wir uns gegen die Abschaffung der Residenzpflicht engagiert.

residenzpflicht

Ab Juli 2010 traten in Berlin und Brandenburg zwei Erlasse in Kraft, die Asylsuchenden und geduldeten Flüchtlingen Dauerverlassenserlaubnisse für das jeweils andere Bundesland ermöglichen. Diese müssen jedoch beantragt werden und es gelten strenge Ausschlussgründe.  Wir fordern weiterhin die Abschaffung der gesamten diskriminierenden Gesetzgebung, die die Bewegungsfreiheit einschränkt.

Bleiberechtsregelungen: Stark gemacht haben wir uns für die Einführung einer bundesweiten Bleiberechtsregelung für langjährig geduldete Menschen. Beide von den Innenministerkonferenzen 1999 und 2006 verabschiedeten Regelungen wirken humanitären Härten nicht ausreichend entgegen und schließen einen großen Kreis von Betroffenen aus. Die Erfahrungen aus der praktischen Beratungsarbeit geben wir deshalb in Form von Öffentlichkeitsarbeit oder Stellungnahmen ans Innenministerium oder an Verantwortliche in den Gebietskörperschaften weiter.
In Einzelfällen suchen wir das Gespräch mit politisch Verantwortlichen und treten inhumanen Entscheidungen entgegen.

Verbesserung der Situation für Kinder und Jugendliche Flüchtlinge: Kinder und Jugendliche sind in besonderer Weise von der Fluchtsituation und der restriktive Asylpolitik betroffen. Durch verschieden Projekte und Initiativen versuchen wir dem entgegenzuwirken. Neben der Einzelfallberatung, Angebote an Eltern und Kinder und unterschiedlichen Veranstaltungsangeboten machen wir den Bedarf an notwendigen Veränderungen beim Zugang zu Bildung und Spracherwerb im Flüchtlingsbereich deutlich. Durch Öffentlichkeitsarbeit  Mitarbeit in geeigneten Netzwerken oder Arbeitsforen wirken wir auf eine nachhaltige Verbesserung der strukturellen Zugangsbedingungen im Schul-, Ausbildungs- und Qualifizierungsbereich hin und wollen auf eine Sensibilisierung der entscheidungsrelevanten Institutionen und Verwaltungen hinwirken.

Öffentliche Aktionen: Seit vielen Jahren macht der Beratungsfachdienst für MigrantInnen durch unterschiedliche öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen auf die Lebenssituation von Flüchtlingen aufmerksam. Wie z.B.: 

Beteiligung an verschiedenen antirassistischen Veranstaltungen Demonstration für Kinderrechte zur Innenministerkonferenz in
Potsdam 2008
   
Tag des Flüchtlings 2008 – Aktion an der Glienicker Brücke „Stoppt das Sterben an den EU-Außengrenzen   Übergabe von Forderungen Potsdamer Flüchtlinge an die Oberbürgermeisterkandidaten der Stadt Potsdam anlässlich des Tags des Flüchtlings 2010 
   
Unterstützung der Tour „1000 Brücken“ von Heinz Ratz und Strom und Wasser für einen menschenfreundliche Flüchtlingspolitik  Januar 2011  Druck einer Zeitung und Übergabe im Landtag  im Oktober 2009 für die Verlängerung der Bleiberechtsregelung 
   

 

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Block_Netzwerkarbeit

Hier sind wir aktiv:
   
Auf Landesebene:

 -

Härtefallkommission des Landes Brandenburg
 - Brandenburger Flüchtlingsrat  

AG Mindeststandards
 - Arbeitskreis Migration des DW Berlin/Brandenburg, schlesische Oberlausitz 
   
  In Potsdam: 
 - Fachgesprächskreis für Migration und Integration 
 - Ausländerbeirat (als beratendes Mitglied) 
 - Arbeitskreis Sozialrecht 
 - Netzwerk für Bleibeberechtigte in Potsdam 
 -

Unterstützung und Beratung von ehrenamtlich und politisch Engagierten 

   
  In
Potsdam-Mittelmark:
 
 - Integrationsnetzwerk Potsdam-Mitelmark
 - Arbeitskreis für In- und AusländerInnen in Teltow 
   
  In Teltow-Fläming: 
 - Arbeitskreis Migration der Ausländerbeauftragten 
 - Facharbeitskreis (MEB+ Migrationsfachdienst) 
   
  In der Stadt Brandenburg: 
 - Netzwerk Integration von Migrantinnen und Migranten Brandenburg an der Havel 
   
  Unseren Beitrag zum Potsdamer Toleranzedikt können Sie hier nachlesen: 
  Potsdamer Toleranzedikt - Beratungsfachdienst Diakonie 
   
  Anlässlich einer Weihnachtsfeier entwarfen wir ein kleines Theaterstück zum Thema
„Was wäre, wenn Jesus heute einen Asylantrag in Deutschland stellen würde?“ 
 
   
  Hier der Text des Theaterstücks 

 
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